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Bildungssystem und PISA-Studie - Botschaft von Finnland, Bern : Finnland-Info : Das finnische Schulsystem und PISA

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Bildungssystem und PISA-Studie

 Facts/Education & research - Pisa 2010

 
Alle drei Jahre werden in der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) der OECD die Fertigkeiten der Schüler verglichen. Mit Hilfe eines Bewertungsprogramms wird untersucht, in welchem Maße die Fünfzehnjährigen über für ihre Zukunft relevante Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen.

Schon nach der ersten PISA-Studie zur Lesekompetenz gelangten die finnischen Schüler im Jahre 2001 zu Weltruhm. In den internationalen Medien wurde Finnland Klassenprimus, Musterschüler, PISA-Sieger und Bildungs-Spitzenland genannt.

Schon nach der Veröffentlichung der Ergebnisse dieser ersten Studie reisten Journalisten, Politiker und Bildungsexperten aus der ganzen Welt nach Finnland, um sich ein Bild von dessen Bildungssystem zu machen. Auch aus Deutschland wurden und werden zahlreiche Studienreisen nach Finnland unternommen, für die gar der Begriff PISA-Tourismus geprägt wurde.

Objekt des besonderen Interesses der Deutschen ist die neunjährige Grund- beziehungsweise Gemeinschaftsschule, die in Finnland von allen Kindern besucht wird und den Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gleiche Bildungschancen bietet.

Platzierung der finnischen Schüler in den PISA-Studien
 

 LesenMathematikNaturwissenschaften
20001.4.3.
20031.2.1. (zusammen mit Japan)
20062.2.1.
20093.6.2.


Lehrplan macht das Lernen einheitlich

Nach einem Bericht des finnischen Unterrichtsministeriums ist für die Leistungen der finnischen Schüler von Bedeutung, dass es sowohl zwischen den Schülern als auch zwischen den Schulen in Finnland nur kleine Unterschiede gibt. Die Begabten und die weniger Begabten besuchen von dem Jahr an, indem sie das 7. Lebensjahr vollenden, ein und dieselbe normale Klasse in der neunjährigen Gemeinschaftsschule.

Pisa-tulokset© Tero Pajukallio

Maßgebend für den Unterricht ist ein zentral festgelegter Lehrplan, durch den die Unterrichtsinhalte in den Schulen vereinheitlicht werden. Zur Unterstützung gibt es Lehrbücher für fast jedes Fach. Sie strukturieren den Unterricht und vereinheitlichen ihn ebenfalls. Außerdem werden von den Schulen noch eigene Lehrpläne aufgestellt, so dass jede Schule zusätzlich zum vorgegeben Rahmen ihre eigenen Ideen verwirklichen und eigene Schwerpunkte setzen kann.

Durch Anwendung vielseitiger Unterrichtsmethoden wird eine gute Lernatmosphäre geschaffen. Fast alle in Finnland lebenden Jugendlichen lernen nach Abschluss der Gemeinschaftsschule weiter. Mehr als die Hälfte der Schüler eines Jahrgangs wechselt in die gymnasiale Oberstufe, ein geringer prozentualer Anteil besucht freiwillig die zehnte Klasse mit ihrem Zusatzunterricht, während alle übrigen eine Berufsausbildung beginnen.

Frühzeitiger Fremdsprachenunterricht

Bildung ist in Finnland ein Grundrecht der Bürger. Dabei ist es das Ziel der Politik, dass alle die gleichen Bildungschancen haben. In der Praxis heißt das: Unterricht, Lehrbücher und Lehrmaterialien sind ebenso kostenlos wie das tägliche warme Essen in der Schule.

Die finnischen Schüler sind enthusiastische Leser. Der traditionellen Lesefreudigkeit der Finnen dient seit jeher auch das dichte Netz von Bibliotheken im Land. Neben der Muttersprache gelten auch Fremdsprachen und deren frühzeitiges Erlernen als wichtig. Jeder Schüler muss in der neunjährigen Gemeinschaftsschule außer seiner Muttersprache wenigstens noch zwei andere Sprachen erlernen. Das sind in den meisten Schulen Englisch sowie die zweite Landessprache (Schwedisch oder Finnisch). Die erste Fremdsprache wird bereits in der dritten Klasse gelehrt, also wenn die Kinder neun Jahre alt sind. Außerdem haben die Schüler die Möglichkeit, zwei weitere Sprachen zu erlernen. Bei diesen sind Deutsch, Französisch, Russisch und Spanisch am beliebtesten.

Pflichtfächer für alle Schüler der Gemeinschaftsschule sind außer den Sprachen die Fächer Umweltkunde, Gesundheitserziehung, Religion beziehungsweise Ethik, Geschichte, Gesellschaftskunde, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Erdkunde, Sport, Musik, Kunsterziehung sowie Handarbeit und Hauswirtschaft.

Ferner werden in den Schulen Wahlfächer unterrichtet, die jeweils von den Kommunen und Schulen festgelegt werden.

Beruf des Lehrers ist sehr geachtet

Ziel des Schulunterrichts in Finnland sind Praxisnähe sowie Eigeninitiative der Schüler. Die Lehrer spielen nicht die Hauptrolle, sondern beobachten und begleiten eher von der Seite her.

Opettaja koulussa

Während der ersten sechs Schuljahre haben die Kinder in der Regel ihr eigenes Klassenzimmer und einen Klassenlehrer, der fast alle Fächer unterrichtet. In den letzten drei Jahren wird Fachunterricht erteilt: Die einzelnen Fächer werden von Fachlehrern unterrichtet.

In Finnland genießt der Lehrerberuf, der in jedem Fall ein Universitätsstudium voraussetzt, hohes Ansehen. Für Lehrerausbildung und -kompetenz existiert eine landesweit verbindliche einheitliche Regelung. Die Zulassung zum Lehrerstudium, für das es jedes Jahr mehr Bewerber als Plätze gibt, erfolgt ausschließlich über eine Eignungsprüfung.

Die Schüler werden nicht nur von ihren Klassen- und Fachlehrern betreut, sondern auch von Sonderpädagogen, Schulkuratoren, Lehrern für Legastheniker, Schulassistenten sowie Schülertutoren aus den oberen Klassen.

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Aktualisiert 11.01.2011


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